SCHWEIN1738

“Appetit macht die Ausstellung „Food Revolution 5.0“ im Museum für Kunst und Gewerbe (MKG) nicht. Das liegt unter anderem an dem Schwein. Das Tier wurde von den Augen bis zur Haxe in 60 Teile zerlegt, von denen jedes in einem Silikonblock ruht und an die „Plastinate“ Gunther von Hagens erinnert. Die Designerin Andrea Staudacher, von der die Installation stammt, hat das Schwein mit der Nummer 1738 selbst geschlachtet. Mit dem Projekt will sie darauf hinweisen, dass die meisten industriell gefertigten Produkte aus Tieren keinem Lebewesen mehr ähnlich sehen. Wir essen Objekte aus Tiersubstanz, etwa Nuggets oder Würstchen und ekeln uns davor nicht – vor einer blutigen Schweinerippe aber schon.

Außerdem fordert das Schwein im durchsichtigen Silikongrab Transparenz ein, also Einblicke in die Tierhaltungsmethoden und die Verarbeitungskette – wenngleich die meisten Esser vermutlich lieber verdrängen, woraus ihr Mittagsmahl genau besteht und woher es kommt. Wer aber ernsthaft über seine Nahrung nachdenkt, gelangt schnell an die Grenzen des guten Geschmacks. „Wir liefern Denkanstöße, keine Rezepte“, sagt Claudia Banz, Kuratorin der Schau und Leiterin der Sammlung Kunst und Design am Haus." (Welt.de)